Was versteht man unter Elektrosensibilität?

Begriffe

Elektrosensibilität: Wahrnehmungsfähigkeit für elektrische Vorgänge und elektromagnetische Felder

Elektrosensitivität oder Elektrohypersensibilität: Entwicklung von Krankheitssymptomen als Folge der Einwirkung elektromagnetischer Felder.

Elektroallergie: Allergische Reaktion mit der Ausschüttung von Histamin als Folge der Einwirkung elektromagnetischer Felder.

Ist Elektrosensibilität / Elektrosensitivität Einbildung?

Elektrosensibilität ist nicht Einbildung - Elektrosensible können bereits sehr schwache elektromagnetische Felder und Strahlen spüren. Eine Studie der ETH hat unzweifelhaft ergeben, dass es elektrosensible Menschen gibt. In der Schweiz rechnet man, dass 2-5% der Gesamtbevölkerung elektrosensibel sind. Das sind zwischen 150'000 bis 350'000 Menschen.

Elektromagnetische Felder üben auf den Organismus eine physikalische Wirkung aus. Ein Reiz auf den Organismus bewirken immer eine Gegenreaktion, damit dessen Stabilität erhalten bleibt. Dieses Verhalten wird Regulation genannt, wobei der Grad der Anpassungsfähigkeit an die unterschiedlichsten Reizqualitäten gleichzeitig ein Mass für die Gesundheit ist.

Elektrosensible Menschen sprechen bei ihren Beschwerden also mit Recht von Regulationsstörungen. Es besteht der Verdacht, dass die Einwirkung elektromagnetischer Effekte zu einer Störung im Signalgeschehen, im Befehlsfluss des Steuer- und Regelsystems führt.

Risikogruppen

Die Zusammenhänge müssen sehr komplex sein. Dies lässt sich schon durch unsere Beobachtung ableiten, dass Menschen, die eine Elektroempfindlichkeit entwickeln, auch andere Belastungen aufweisen. Diese Erkenntnis ist wichtig für das therapeutische Vorgehen.

Es zeigt sich eine synergistische (sich gegenseitig bedingende, kumulierende) Wirkung verschiedener Einflüsse. Wir sprechen von "Risikogruppen"; diese sind:

Schwermetallgeschädigte

An der Schädigung beteiligt sind im wesentlichen Quecksilber, Kupfer, Silber, Zinn aus Amalgam - Zahnfüllungen, Palladium aus Goldkronen ( Spargold!); seltener Blei (das auf bleihaltige Kraftstoffe und auf Bleirohre in alten Anwesen zurückzuführen sein dürfte).

Dem Quecksilber kommt zahlenmässig die grösste Bedeutung zu. Seltener - aber hartnäckiger - ist die Palladiumbelastung; am schwerwiegendsten jedoch in Wirkung und Therapie erweist sich die Kombinationsbelastung Quecksilber/ Palladium bzw. Quecksilber/ Zinn/ Palladium.

Eine schwedische Studie bewies, dass Quecksilberionen aus dem Amalgam unter der Einwirkung schwacher niederfrequenter Felder in 6-fach erhöhter Zahl austreten.

Geschädigte durch chemisch-organische Substanzen

Solche Substanzen sind Formaldehyd (aus Baustoffen, insbesondere aus Spanplatten, Desinfektionsmitteln, Kunststoff-Zahnfüllungen, Textilien, Leime, Korkböden); Lindan, Pentachlorphenol = PCP, Pyrethroide in Holzschutzmitteln; Pyrethroide auch in Reinigungsmitteln und elektrischen Luftbefeuchtern; Polychlorierte Biphenyle = PCB intechnischen Produkten; Herbizide, Pestizide in Landwirtschaft und Gartenbau; Furane, Dioxine u. a..

Eine neue, wichtige Erkenntnis zu Schwermetall- und chemischen Belastungen: Der Entgiftungsmechanismus in der Leber arbeitet bei 30 % der Bevölkerung Genbedingt mehr oder weniger mangelhaft (Dr.Kuklinski, Rostock).

Allergiker

Sie reagieren auf Blütenpollen, Hausstaubmilben, gewisse Nahrungsmittel (verbreitet sind Milcheiweiss, Weizen - Volksnahrungsmittel! -, Nüsse), Medikamente, Textilien u.a. Die rasant gewachsene Zahl der Allergiker ist bekannt - und gibt zum Nachdenken Anlass.

Elektromagnetische Felder wirken - unteranderem - als Allergen im Sinne von "Unverträglichkeit" (Dr.Schweitzer /Sindelfingen, Rochlitz/USA).


Pilz, Viren oder Bakterien - Belastete

Belastungen solcher Art sind bei den Elektroempfindlichen fast immer anzutreffen, können aber als sekundär angesehen werden. Wir haben wieder einen synergistischen Effekt: Quecksilber tötet Milchsäure- und Colibakterien im Darmbereich, nicht jedoch die Hefepilze,so dass diese ein Übergewicht bekommen (so der verbreitete Hefepilz Candida albicans). Die Folge ist eine Schwächung der Abwehrkraft (aus Vortrag Dr. Amperla, Finnland).

Krankheiten

Es bedarf noch der Erwähnung, dass die Elektroempfindlichkeit ausser auf die vorstehend genannten Belastungen auch in Einzelfällen in Verbindung mit schweren (überstandenen oder noch wirkenden) Krankheiten wie Tuberkulose, Diphtherie, Kinderlähmung, Multiple Sklerose, Parkinson auftritt. Im übrigen besteht der Verdacht, dass für hohe Empfindlichkeiten, wie sie sich in der Elektrosensibilität und in der Wetterfühligkeit ausdrücken, Erbfaktoren eine Rolle spielen (Dr.Schweitzer, Sindelfingen).

Was kann Elektrosensiblen helfen?

Reduzierung der elektromagnetischen Belastung

Sie ist die wirkungsvollste Sofortmassnahme. Grundsätzlich gilt nach unserer Erfahrung, dass eine Langzeitbelastung selbst kleiner Intensitäten, insbesondere die Dauerbelastung am Schlafplatz durch Geräte und Kabel, die ständig unter Spannung (elektrisches Feld) und z.T.unter Strom (magnetisches Feld) stehen, stärker auf den Organismus wirkt als die kurzzeitige Belastung grösserer Intensitäten durch beispielsweise Föhn, Elektrorasierer,Mixer und Induktionskochherd.

Oft kann mit geeigneten Massnahmen, wie Vergrösserung des Abstandes zu EMF- Quellen, Abschalten, abgeschirmten Leitungen und der Elimierung problematischer Apparate die häusliche Belastung stark reduziert werden

Vor dem Kauf eines Anwesens in der Nähe von Hochspannungsleitungen, Fahrleitungen von Bahnen oder Transformatorenstationen (fagabundierende Ströme) sind Messungen zu empfehlen (Elektrobiologen, Ingenieur Büros), sowie ein Gespräch mit dem Elektroversorgungsunternehmen über die 24-Stunden-Lastverteilung und Zukunftsplänepläne für Netzes in der unmittelbarebn Umgebung zu sprechen. Prüfen sie unbedingt die Mobilfunksituation (Enfehrnung zur nächsten Basisstation, Sendeleistung und Senderichtungen) und bei Eigentumswohnungen die möglichen Auswirkungen von der Nutzung für sie problematischen Geräte des Nachbarn auf Grund des Grundrisses und Bauweise des Objektes.

Die beste Empfehlung ist, einen professionellen Elektrobiologen zu Rate zu ziehen. Er ist in der Lage, neben der Erfassung der elektrischen Situation, auch Möglichkeiten zur Reduktion der Belastung vorzuschlagen.

In Extremfällen (Überlagerung mehrerer negativer Einflüsse) ist es manchmal notwendig, einen Wohnsitz- oder Arbeitsplatzwechsel zu diskutieren.

Auch sind Massnahme bezüglich Reduzierung anderer Wohngifte Sinnvoll.


Quellen